Bester Film zum China-Jahr prämiert

Mit ihrem Kurzfilm „Fremde Heimat“ haben Hannes Ruß, Eva-Maria Kreuzer, Fabia Schubert und Tobias Hoss von der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung den ersten Preis des Filmwettbewerbs zum China-Jahr gewonnen – auch die anderen Beiträge können sich sehen lassen.

Wie lassen sich Themen rund deutsch-chinesische Hochschulbeziehungen, Kultur oder Integration filmisch umsetzen? Und das in einem nur 5-10 minütigen Kurzfilm? Dieser Herausforderung stellten sich angehende Medienwissenschaftler, die beim Filmwettbewerb „Bester Film im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/10“ mitgemacht haben.

Platz 1: „Fremde Heimat“

Unter den zahlreichen Einsendungen sorgte der Kurzfilm „Fremde Heimat“ bei der Jury für die größte Begeisterung und die beste Bewertung. Der Film von Hannes Ruß, Eva-Maria Kreuzer, Fabia Schubert und Tobias Hoss von der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung spielt in der Hafenstadt Hamburg, nahe der Reeperbahn. Dort befand sich Deutschlands einzige Chinatown, bis die „Chinesenaktion“ der Nazis das Treiben beendete. Geblieben ist nur das „Hotel Hongkong“ von Chong Tin Lam, das heute von seiner Tochter Marietta geführt wird. Zerrissen zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, fühlt sie sich nirgendwo zu Hause, nur das „Hotel Hongkong“ vermittelt ihr und ihren am Bartresen gestrandeten Gästen das Gefühl von Heimat, Zuflucht und Familie. Ein großartiger, nachdenklicher Film über Migration und Identität, Heimat und Fremde.

Platz 2: „Chinese Disco“

Stilistisch ganz anders ist der Film von Stefanie Katz und Melissa Rogg, ebenfalls von der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung. Das Filmteam vom Studiengang Kommunikationsdesign geht der spannenden Frage nach: Was tun die 174 chinesischen Studenten in Konstanz, die tagsüber auf dem Campus anzutreffen sind, eigentlich nachts? Bei ihren filmischen Stippvisiten im Konstanzer Nachtleben fragen sie nach und zeigen dabei die Reaktionen und Vorurteile der Deutschen auf. Unterhaltsam mit viel Sinn für Details.

Platz 3: „Ich komme aus China“

Tiefe Einblicke in die Sichtweisen chinesischer Studenten in Deutschland gewährt der Film „Ich komme aus China“ von Xiaoxia Jia und Marco Perschon von der Hochschule Magdeburg-Stendal. Darin erzählen vier chinesische Studenten, wie sie die hiesige Kultur wahrnehmen, welche Entwicklungen sie durchlebt haben und worauf es ankommt, um sich den Gegebenheiten und der Kultur eines fremden Landes anzupassen oder auch nicht.

Den Filmemachern und Protagonisten sei herzlich gedankt für ihr Engagement, ihre Kreativität und ihre Offenheit! Und allen anderen, die dazu beigetragen haben, dass diese Filme entstehen konnten, natürlich auch.

Der Gewinnerfilm wurde bereits in der Abteilung für Kultur und Bildung des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Shanghai gezeigt, und wird wahrscheinlich auch auf der EXPO gezeigt werden.