Knapp zwei Millionen Euro für Projekte im Wissenschaftsjahr

Ob Reisen, Veranstaltungen oder Öffentlichkeitsarbeit – Wissensaustausch erfordert nicht nur Zeit und Einsatz, sondern auch finanzielle Mittel. Mit einer Gesamtsumme von rund 1,9 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des „Deutsch-Chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung 2009/10“ rund 50 Projekte, die einen spezifischen Beitrag zum Wissenschaftsjahr leisten. Die Stellung eines Antrages war bis Februar 2009 möglich. Einige Beispiele für geförderte Projekte finden Sie hier …

So unterschiedlich die Projekte auch sein mögen, sie alle haben ein und dasselbe Ziel: Den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und China zu fördern, sei es in der Bildung oder in der Forschung. Zukunftsthemen wie Umwelt, Energie oder neue technologische Entwicklungen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Natur und Umwelt erforschen

China war erstmals zu Gast auf dem NaturVision-Filmfestival vom 16. bis 17. Juli 2009 im Kongresszentrum Neuschönau. Natur-, Forst- und Agrobiodiversitäts-Experten diskutierten mit Natur-Filmemachern beider Länder über die beste Art, Umwelt-, Natur- und Tierschutzthemen filmisch zu kommunizieren.

Ebenfalls Premiere feierte die deutsch-chinesische Zusammenarbeit beim Schmetterlings-Workshop LepiPub: Vom 10. bis 14. August 2009 trafen sich am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig Experten aus China und Deutschland, um Erfahrungen beim Schutz von Schmetterlingen auszutauschen und bereits vorhandene Forschungskooperationen zu intensivieren. (Weitere Infos)

Der 6th Sino-German Workshop on Tibetan Plateau Research, der vom 08.bis 18. Oktober 2009 in Qingdao stattfand, drehte sich um das Ökosystem des Tibet-Plateaus. Er wurde gemeinsam vom Institute of Tibetan Plateau Research der Chinese Academy of Science (ITP CAS) mit seinen deutschen Projektpartnern innerhalb des DFG-Schwerpunktprogramms „Tibetan Plateau: Formation, Climate, Ecosystems“ (TiP) veranstaltet. Daran anschließend nahmen deutsche und chinesische Doktoranden an einer einwöchigen Summer School teil.

Der Küstenforschung in China und Deutschland widmete sich vom 10. bis 19. November 2009 ein vom GKSS-Forschungszentrum Geesthacht und des Yantai Institute of Coastal Research for Sustainable Development ausgerichteter Workshop in Yantai/Qingdao und Shanghai. Hauptthema war die Entwicklung zuverlässiger und kostengünstiger Monitoring- und Beobachtungsverfahren an Küsten.

Technologien für die Zukunft

Neben Klimaforschung, Luftverschmutzung und anderen Umweltthemen förderte das BMBF zahlreiche Projekte in den Bereichen Medizin, Bioinformatik und anderen neuen technologischen Entwicklungen. So befassten sich beim ersten internationalen Workshop des Instituts für Sensor- und Aktortechnik der Hochschule Coburg im September 2009 an die 100 Teilnehmer mit den neuesten Trends der Sensorik im Automobilbereich und der Medizintechnik sowie den theoretischen Grundlagen der Surface Acoustic Waves (SAW). Ein weiterer Sensorik-Workshop ist für September 2010 geplant.

Der Ursprung der Materie rückte vom 06. bis 09. Oktober 2009 in Split, Kroatien, ins Zentrum der Schwerionenforschung, als Vertreter der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH, Darmstadt, gemeinsam mit dem Institute of Modern Physics, CAS Lanzhou, Gansu, den Aufbau der Compressed Baryonic Matter Experiment China Group für die neue internationale Beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt diskutierten. Auch hier wird ein weiterer Workshop anvisiert.
Im kommenden Frühjahr treten weitere spannende geförderte Projekte ins Licht der Öffentlichkeit: So beschäftigt sich vom 12. bis 14. April 2010 das Sino-German Water Management Symposium 2010 in Chengdu mit Gewässerschutz, während sich die Zweite Internationale Kohlefeuer-Konferenz (ICCFR2) vom 19. bis 21. Mai in Berlin mit der Erfassung, Analyse und Löschung von Kohlebränden befasst.

Neben diesen hier vorgestellten Projekten gibt es noch mehr zu entdecken. Weitere Informationen und Kurzbeschreibungen bietet die Rubrik Gute Praxis auf der Internetpräsenz des deutsch-chinesischen Jahres.